Aktionsfotos – Fotografieren in der Reithalle

Fotografieren bei schönstem, strahlendem Sonnenschein stellt aus technischer Sicht oftmals kein Problem dar. Komplizierter wird es jedoch, wenn man unter schwierigen Lichtverhältnissen in einer Reithalle versucht, den Aktiven scharf und ausreichend belichtet darzustellen.

Aktionsfotos - Fotografieren in der Reithalle

§ Mit digitaler Kompaktkamera zum perfekten Bild?!

Nahezu jeder besitzt heutzutage eine Digitalkamera, um lustige Schnappschüsse im Alltag oder wunderschöne Eindrücke im Urlaub aufzunehmen und mit anderen zu teilen. Diese handlichen und teilweise mehr oder weniger kostengünstigen Digitalkameras beeindrucken mehr und mehr durch ihre sensationelle Bildqualität und motivieren viele dazu, auch auf Turnieren Fotos zu machen. Bei lichstarken Verhältnissen unter freiem Himmel funktioniert dies zum Teil gut, in einer Reithalle mit nur dürftigem Licht sieht es jedoch ganz anders aus. Viele wundern sich dabei, warum das Bild unscharf und verwischt oder zu dunkel ist.

Die Ursache dieser Foto-Ergebnisse ist rein technisch bedingt. Vergleicht man die fest installierten Objektive handlicher Digitalkameras mit den Wechselobjektiven der Profis, fällt auf den ersten Blick der Größenunterschied auf. „Größer ist besser!“, entspricht zwar nicht immer der Wahrheit, ist in diesem Fall jedoch richtig. Aufgrund der größeren Objektive ist es möglich, größere Linsen zu verarbeiten, welche mehr Licht auffangen und zum Sensor leiten können. Auch die Kameras sind von ihren Ausmaßen um ein vielfaches größer, denn dieser Mehrraum wird benötigt, um den größeren Sensor und die komplizierte Technik zu verbauen.

Fototips - Fotografieren in der ReithalleUm nun mit meiner alltäglichen, kleinen Digitalkamera auch bessere Bilder in der Reithalle zu machen, bedarf es diverser, manueller Einstellungen. Bei fast allen Modellen ist es möglich die Empfindlichkeit des Sensors zu erhöhen. Diese wird gewöhnlich mit „ISO“ oder „ASA“ beschrieben. Ist der Sensor empfindlicher, benötigt dieser weniger Licht um belichtet zu werden. Da dieses in Reithallen durch künstliche Lichtquellen eher spärlich gesät ist, benötigt man diese hohe Empfindlichkeit. Das Maximum liegt bei den aktuellen digitalen Kompaktkameras bei ISO 1.600 oder ISO 3.200.
Die nächsten Einstellungen erfolgen im Bereich der Blendenöffnung und Verschlusszeit. Mit maximal geöffneter Blende gelangt je nach Bauart viel Licht durch das Objektiv auf den Sensor. Dies sind die Vorraussetzungen, um durch kurze Belichtungszeiten ein scharfes bzw. schärfes Bild zu erstellen.

Ist die Blende maximal geöffnet (1:2,8oder größer) und der Sensor auf die höchste Empfindlichkeits-Stufe gestellt,  errechnet die Kamera die kürzeste Verschlusszeit. Mit einer Verschlusszeit von weniger als 1/400 sollte sich die  Bewegungsunschärfe auf ein Minimum reduziert haben.
In Abhängigkeit, wie schnell und gut der Fokus nun noch arbeitet, ist ein schärferes und besser belichtetes Bild, als zuvor im  Automatikmodus erstellt, möglich.

WICHTIG: Der verbaute Blitz in den digitalen Kompaktkameras ist für Bilder ausgelegt, deren Fotoobjekte in unmittelbarer Nähe zur Kamera stehen. Ab Distanzen von mehr als zwei Metern ist der aufhellende Effekt dieser Blitze nicht mehr spürbar. Aus diesem Grund sollte der Blitz bei Sportfotos stehts ausgeschaltet sein!

Eine Kompaktkamera bietet im Vergleich zur Spiegelreflexkamera, auf Grund mangelnder Einstellungsmöglichkeiten und technischer Einschränkungen, jedoch nicht genug Potential um in gleicher Weise Bilder herzustellen.

§ Mit einer Spiegelreflexkamera zum perfekten Bild?!

Mit der Verwendung einer digitalen Spiegelreflexkamera steigern sich die Möglichkeiten der Einstellungen um ein Vielfaches. Auch hier beginnt man mit der Einstellung der Empfindlichkeit. Bei professionellen Produkten ist diese bis zu einem Wert von ISO 102.400 möglich, wobei dieser Wert ein unheimliches Bildrauschen zur Folge hat. Werte zwischen ISO 1.600 und ISO 3.200 sind dahingegen gebräuchlich und findet vermehrt Verwendung.
Fototips - Fotografieren in der Reithalle - ausreichend belichtetes BildUm in Reithallen zu fotografieren bietet sich der Modus „Av“ an. Die Abkürzung steht für „Aperture value“ und bedeutet übersetzt „Blendenwert“. Hier legt man die Blendenöffnung fest und die Kamera errechnet anhand der Sensorempfindlichkeit und des einfallenden Lichts durch eingestellte Blendenöffnung den Wert der Verschlusszeit. Je höher die Empfindlichkeit und größer die Blende geöffnet ist, um so höher ist die Verschlusszeit. In Reithallen bieten sich neben der genannten Sensor-Empfindlichkeit Blendengrößen von 2,8 und mehr an. Das Problem hierbei liegt oft am Equipment. Objektive mit solchen Blendenöffnungen gehören zur professionellen Serie der Hersteller und kosten dementsprechend viel. Mit einer Blende von 4,0 und kleiner ist das einstrahlende Licht zum Großteil nicht ausreichend, um die benötigte Verschlusszeit zu ermöglichen. Das Resultat sind durch Bewegungsunschärfe verschwommene Bilder der Aktiven.
Um die Verschlusszeit zu erhöhen wählt man den Modus „Tv“. Die Abkürzung steht für „Time value“ und bezeichnet den Zeitwert, sozusagen der Verschlusszeit. Wählt man diese in diesem Modus errechnet die Kamera anhand der Sensorempfindlichkeit und der Verschlusszeit die Öffnung der Blende. Diese kann je nach Objektiv nur eine bauartbedingte maximale Öffnung erreichen. Auf den Objektiven wird dies mit z.B. 1:2,8 beschrieben, das bedeutet eine maximale Blende von 2,8.
Bei zahlreichen Objektiven mit variabler Brennweite, auch als Zoom bezeichnet, findet man die Beschreibung von z.B. 70-300mm 1:4,0-5,6. Dies bedeutet eine maximale Blendenöffnung in Abhängigkiet zur Brennweite, z.B. Blende 4,0 bei 70mm und 5,6 bei 300mm.

Fototips-Fotografieren in der Reithalle - unterbelichtetes FotosAls Resultat mit hoher Verschlusszeit, bei nicht ausreichend großer Blende, ist ein unterbelichtetes, dunkles aber schärferes Bild.
Sind alle Werte ausreichend, d.h. große Blende und ausreichend kurze Verschlusszeit mit entsprechender Sensorempfindlichkeit, stellt sich die Frage nach dem Fokus, um dem Motiv die finale Schärfe zu geben. Hierbei bietet sich die Möglichkeit vorzufokussieren.  Dies bedeutet, der Fokus wird mittels halben drückens des Auslösers z.B. an der Stange eines Hindernisses ausgerichtet und bleibt solange bestehen, bis der Auslöser nicht mehr gedrückt wird.Als zweite Möglichkeit bietet sich das permanente fokussieren. Hierbei sucht die Kamera ständig die Schärfe im ausgewählten Fokusbereich solange der Auslöser halb gedrückt wird.
Beide Varianten bieten ihre Vorteile und können je nach Bedarf im Kameramenü eingestellt werden.
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Insgesamt ist zu sagen, dass für ein Foto in dunkler Reithallenumgebung abhängig von der Sensorempfindlichkeit, maximalen Blendenöffnung und Verschlusszeit ist. Je nach Zusammenstellung von Kamera- und Objektivtyp sind damit scharfe und gut belichtete Bilder möglich.

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