Resümee – Kentucky 2010

Zwei Wochen purer Reitsport mit 632 Athleten mit 752 Pferden und mehr als eine halbe Million Besucher. Sportlich gesehen waren die Weltreiterspiele in Kentucky ein absoluter Erfolg. Wie ist aber der subjektive Eindruck der vielen Reiter und Zuschauer?Bei einem waren sich alle sicher. Die Austragungsstätten in Form des “Rolex-Stadium” und der “Alltech-Arena” suchen nicht nur auf dem nordamerikanischen Kontinent Ihresgleichen. Ausgezeichnet waren die Bedinungen während des Wettkampfes im Parcours, Viereck und Zirkel.

Die Meinungen drumherum gingen jedoch regelmäßig auseinander. Amerika, Land der unbegrenzten Möglichkeiten und im Kentucky Horsepark, der unendlichen Wege um von A nach B zu kommen. So manchen Athlet schien sich zu überlegen, welche Tragkraft ein Golfcart besitzt und ob diese ausreicht, neben sich auch seinen Sportpartner Pferd mit zunehmen?! Das Überwinden der Distanz zwischen Stallungen und Abreiteplatz konnte man deshalb auch schon fast als einen Teil der Erwärmung für die Pferde einrechnen. So mancher Pfleger wurde von seiner Vergesslichkeit geheilt und vergaß sicherlich nur einmal etwas im Stall, denn der Ausdauerlauf hin und zurück schien manche in ihre körperlichen Grenzen zu bringen.

Desweiteren galt die Verpflegung als sehr kostenintensiv und es überlegten sich Sportler und auch Zuschauer, ob der Weg ins Verpflegungszelt an dem ein oder anderen Tag nicht auch einmal ausfallen könnte. Wäre jedoch nur das Essen so teuer gewesen, wär der Veranstalter nicht in die Bredouille gekommen, komplett leere Tribünenteile während der Tagesveranstaltung vorzufinden. Mit etwas geschick und zahlreichen interessierten und auch weniger interessierten geladenen Schülern (insgesamt knapp 62.000) versuchte er diese Lücken jedoch vergeblich auszufüllen und senkte kurzum die Preise. Im Bus auf dem Weg zur Horsepark erfuhr ich von einem Mitfahrer, dass mittels Gutscheinen für Rabatte versucht wurde, weitere Zuschauer für die Veranstaltung zu gewinnen. Dies gelang nur bedingt und so konnten sich lediglich die Finalprüfungen voller Ränge erfreuen.

Ich möchte ja die Weltreiterspiele insgesamt nicht schlecht reden, aber zusätzlich trübte auch Verhalten der amerikanischen Zuschauer, vorallem bei den Voltigierern das Bild. Mit mangelndem Applause für hervorragende sportliche Leistungen und tosendem Beifall für gute bis durchschnittliche Leistungen ihrer Landsmänner und -frauen schien der sportliche Gedanke bei fielen auf dem langen Weg zur Veranstaltung liegen geblieben zu sein. Vielleicht kann man dieses Verhalten auch auf die fehlende Fachkenntnis des Publikums zurückführen, welches sehr oft durch das Ablenken der Aktiven und ihrer Pferde offensichtlich wurde.

Im Großen und Ganzen kann man über die Weltreiterspiele 2010 in Kentucky sagen, dass sportlich Spitzenleistung gezeigt wurde, ringsherum jedoch noch einiges zu verbessern ist.

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